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Buch: "Theorie der dynamischen Realität"

(auch Realitätstheorie genannt, Erstveröffentlichung 1987)
Literatur von Pierre Sens
© Copyright by Pierre Sens  


Vorwort: (Auszug)


Dieser philosophische Aufsatz ist der Versuch einer "wissenschaftlich" begründbaren Philosophie, welche durch stetigen Dialog mit der theoretischen Physik zu allgemeingültigen und speziellen Aussagen zu den Gesetzen der Natur führen will.

Damit wird diese spezielle, teils der theoretischen Physik zuzuordnende und philosophische Theorie, welche hier in dem Buch als "Theorie der dynamischen Realität" bezeichnet ist, dem interessierten Leser zuerst mehr einem abstrakten geistigen Gemälde gleichen, dafür aber nach genauer Betrachtung ihm diese eine einheitliche Symmetrie der Naturgesetze offen legen und zugleich auf eine neue Möglichkeit aufmerksam machen, die Natur aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten, als es die Wissenschaft uns zur Zeit vormacht.

Trotzdem ist diese Theorie noch zutiefst in den klassischen Wissenschaften verwurzelt, insbesondere in der durch Albert Einstein hervorgerufenen "modernen theoretischen Physik der Relativitätstheorie" die eigentlich heute schon nur noch als "Neue klassische Wissenschaft der theoretischen Physik" bezeichnet werden kann.

Selbst die Quantentheorien, welche heute die führenden Rollen in den physikalischen Wissenschaften spielen und an die einst Albert Einstein (vor allem durch seine hervorragende Kritik an dieser) selbst entscheidend mitgewirkt hat, koppeln sich heute schon teilweise wieder von der Relativitätstheorie ab, obwohl noch keine Schrift existiert, die die eigenen noch vorhandenen Probleme der Quantentheorie zu lösen vermag. Die Quantentheorie ist nach wie vor eine unvollständige Theorie!

Insbesondere fehlt noch eine Theorie, welche die verschiedenen lokalen Symmetrien der Quantentheorie und das Gravitationsphänomen zu einer einzigen globalen Symmetrie zusammenfassen kann. Aber es scheinen auch bisher die dazu befähigten Persönlichkeiten zu fehlen, die in vermessener Freimütigkeit diese vorerst letzte große Aufgabe dieses Jahrtausends bewältigen können.

Denn auch außergewöhnliche Persönlichkeiten mit außergewöhnlichen Erfolgen, so wie es einst Galileo Galilei (1564-1642), Isaac Newton (1643-1727), James Clerk Maxwell (1831-1879), Heinrich Hertz (1857-1894), Ernst Mach (1836-1916), Albert Einstein (1879-1955) oder andere historische Größen waren, sind in der theoretischen Physik zu einer avantgardistischen Rarität geworden, da nicht jeder, der erst einmal die alte Leier auswendig lernen muß (mitsamt ihrem gesamten unnötigen Ballast), noch genügend Zeit hat, auf den schnell fahrenden Zug der Wissenschaft zu springen, geschweige denn Vermögens genug ist, diesen Zug mit neuen revolutionären Ideen zu überholen, um der Wissenschaft neue Wege zeigen zu können und um innovative Trends zu setzen.

Den Mut einen Trend setzen zu wollen, beansprucht aber diese Abhandlung, da sie sich nicht an die vorgegebenen Konventionen der Wissenschaft hält, sondern frei und von philosophischen Überlegungen her versucht, Problemlösungen zur Beschreibung des Weltprozesses weiterzugeben. Diese Theorie könnte daher eines Tages die Möglichkeit haben, im Gesamten oder zu Teilen (und durch neue technische Errungenschaften gefestigt), sich zu etablieren.

Im Laufe der Entstehungsphase dieser dynamischen Realitätstheorie entwickelte sich der Gedanke, daß alle Materie, egal von welcher Form, Festigkeit und Dichte, nur ein lokal befristeter Zustand sein kann, der genau das Gegenteilige zur Basis hat, also einen Raum von immaterieller Beschaffenheit und Struktur, und daß alles nur einem einzigen Naturgesetz zugrunde liegt, dem Gesetz der Kraft.

Zudem wird in der dynamischen Realitätstheorie klar der Auffassung derjenigen widersprochen, welche ernsthaft behaupten, die in der Natur vorkommenden Substanzen bedürfen keiner Kräfte.

Und hier wird auch der alten und überholten Auffassung widersprochen, daß die Materie einzig und alleine aus Atomen besteht und diese somit als nicht weiter teilbare Objekte zu beschreiben sind, sowie hier widersprochen wird, daß außerhalb dieser Atome nur leerer Raum existieren kann.

Diese Auffassung (die auf Demokrit zurückgeht, der ca. 460 Jahre vor unserer Zeitrechnung in Abdera, eine Stadt an der Nordküste des Ägäischen Meeres, geboren wurde) kann in dieser Theorie nicht geteilt werden, da hier die Beschreibung der Welt eine ganz andere ist.

Um uns aber eine andere Weltanschauung begreifbar machen zu können, müssen wir uns von denjenigen Begriffen befreien, die diese atomistische Theorie erst hervorgebracht hat.

Denn auch wenn inzwischen vom Begriff des Atoms als kleinstem und unteilbaren Teilchen Abstand genommen wurde, so wurde es doch nur durch andere Begriffe ersetzt (hier denke ich speziell an die Theorie der sogenannten Quark-Teilchen).

Wenn wir uns zudem von so alltäglichen Begriffen wie z. B. die Erde, das Land, das Wasser oder die Berge (etc.) befreien, wo wir als Menschen doch immerzu wandeln, und nur noch in den beiden Begriffen von Zeit und Raum denken, werden wir feststellen, daß zum Beispiel unser Leben, von Geburt an bis hin zum Tod, eine gedachte Linie beschreibt, die mit Koordinaten in Zeit und Raum theoretisch genauestens festgelegt werden könnte.
...

Alles Seiende wird sich mit der Auswertung aller Phänomene uns Menschen, in den tiefsten Gründen unseres Erkenntnisvermögens, letztendlich als reine Dimensionen von Kräften offenbaren. Die Quantenphysik formuliert das heute so: "Alles ist Information. Ohne Information ist alles Nichts."!

Egal ob wir das Seiende nun Information, Gott oder Kraft nennen, es definiert sich für uns in jedem Fall auch immer als Raum - oder besser, als eine Vielzahl von bewegten Räumen. Dabei wird das Seiende (schon unter dem Gesichtspunkt höherer Formen betrachtet, also als "Knotenpunkte" raum-zeitlicher Ereignisse auf bestimmten Weltlinienkoordinaten) sich ständig weiter verwandeln, bis die "Knotenpunkte" sich zur Materie hin verdichten, wobei diese dann einmal im Prozeß des kosmischen Zyklus sich mit einem der Schwarzen Löcher zusammenschließen werden, um von dort aus, in einem innerhalb des Zyklus liegenden reversiblen (jedoch nicht im engsten Sinne der Entropie gemeinten) und expandierenden Prozeß des Universums, die Erscheinungsformen der Natur neu zu gestalten, d. h. sich als Knotenpunkte wieder entwirren werden.

Aus weiterfolgendem Gedanken heraus, daß alles Geschehen in der Welt einem unwiderruflichen Wechsel unterliegen muß, also daß das Weltgeschehen auf ewigem Werden beruht und das damit alles schon Gewordene sofort wieder in Veränderungen begriffen ist und damit dem Sinne nach, dem ewigen Verfließen der Erscheinungen, dem "panta rhei" entspricht, muß alles Seiende relativ und dynamisch sein.

Alle Realitäten, mit denen wir uns im Leben auseinandersetzen müssen, sind demnach als relativ anzusehen (aber auch solche, die wir nicht wahrnehmen), und damit besitzt auch jede einzelne Realität eine gewisse eigene Dynamik, sich stetig zu verändern. Solch eine Erkenntnis ist eine Absage an ein statisches Bild der uns zugrunde liegenden Erscheinungen, und es ist gleichzeitig eine Absage an ein manifestiertes Bild der Welt. Übrig bleibt nur ein Modell eines Universums, welches eine veränderliche Struktur in sich birgt, das im Gegensatz zu den bisherig geschaffenen Modellen der Welt, uns keine beständige Visualisierung mehr gestattet. Und auch keinen Glauben mehr an Gott!

...

Das Problem ist nicht, daß die Wahrheit angeblich nicht existiert, sondern das Problem ist überhaupt zu erkennen, daß die Wahrheit existiert; d. h., daß die Wahrheit reale Existenz ist, also existierende Realität.

So ist auch die Realität des Einzelnen die Realität, die dem Einzelnen als eine wahre Realität nicht abgesprochen werden kann. Sie ist zudem ein Ausschnitt aus dem Spektrum der uns durchschnittlich bekannten und als "allgemeine Wahrheit" anzusehenden und zu bezeichnenden Realität.

Aber auch die "allgemeine Wahrheit" ist keine absolute Wahrheit, denn sie ist eben nichts weiter als eine durchschnittliche, für jeden zugängliche und erkennbare Wahrheit, also damit selbst nur ein begrenzter Aspekt der Realität.

So ist auch ein Inertialsystem (ein Inertialsystem ist ein Bezugssystem im Sinne der euklidischen Geometrie, indem sich unbeeinflußte Objekte geradlinig bewegen) nur Teil einer Realität, weil einem Beobachter verschiedene Ereignisse gleichzeitig erscheinen, einem anderen Beobachter aber außerhalb dieses Systems diese Ereignisse zeitlich nacheinander erfolgen.

Im Angesicht dieser Betrachtung zeitlicher und räumlicher Abläufe kann man sich nicht Immanuel Kants (1724-1804) Erkenntnis anschließen, daß "die hinter den erkennbaren Erscheinungen verborgene Wirklichkeit an sich nie erkannt werden kann, da alles, was erkannt wird, ja überhaupt erst gedacht wird und somit schon vom Bewußtsein des Erkennenden her mitgeformt ist". Denn so schließt Kant das Bewußtsein von der Integration in der Welt aus und setzt das Bewußtsein als eine eigene Welt, die eigenständig und unabhängig von der ihr umgebenden Welt existiert, ein.

Dieser Schluß, den Kant hier zieht, läßt sich aber nur als Trugschluß beurteilen, da unser Bewußtsein in der Natur integriert ist und unsere gesamten Erkenntnisse ein Teil von dem widerspiegeln, was wir als Wirklichkeit erkennen. Das heißt, der Mensch kann die Welt mittels seines Bewußtseins in seinem unmittelbaren Erfahrungsbereich, also in seiner eigenen Bezugsebene, so erkennen wie sie ist, da sie auch so ist - wie sie ihm erscheint.

Denn diese Welt ist eine mannigfaltige Welt, und jeder einzelne, als ein System von Koordinaten, erkennt andere Systeme mit ihren Koordinaten, in relativen Bezug mit den eigenen Koordinaten. Jeder einzelne steht damit in Relativität mit der ihn umgebenden Welt. Damit ist die Wahrheit zwar für jeden einzelnen nur eine relative Wahrheit, aber gerade deswegen, weil sie eine relative Wahrheit ist, ist sie aber auch gerade erst eine Wahrheit - wenn auch nur eine relative. Doch erscheint diese für jeden in sich selbst als absolut.

Genauso wie eine Kette von Lichtern uns eine sich auf- und abbewegende Lichterwelle vorgaukeln kann, indes diese Wellenbewegung aber nur als ein raum-zeitliches Aufflackern einzelner Lichter sich realisieren läßt, stellt sich aber gerade wegen dieser Relativität diese Wellenbewegung einem schnell bewegten Beobachter anders dar, als einem langsam bewegten Beobachter.

Die Wellenbewegung der Lichterkette ist nämlich nur in einem räumlichen Nebeneinander und einem zeitlichen Nacheinander aufzufassen und von der Bewegung des Beobachters abhängig, also durchaus nur relativ wahrzunehmen. Aber deswegen ist diese wahrgenommene Bewegung des Lichts, als Welle einer Lichterkette, dennoch eine Wahrheit. Wenn auch nur eine relative Wahrheit.

Und genauso ergeht es auch dem Farbenblinden. Für den Farbenblinden ist die Farbe eine Unwahrheit. Aber ist die Farbe deshalb eine Lüge?

Selbst eine vorgetragene Lüge ist als umgekehrte Wahrheit,
eine Wahrheit in sich!

Wer kann unter diesen Aspekten der Realität sich selbst noch als ein Wahrheitsrichter empfinden, wo ein Wahrheitsrichter doch nur von einer als absolut geltenden Wahrheit aus richten kann?

Auch wenn nun meine Abhandlung (der Relativität wegen) keine absolut gültigen Wahrheiten beinhalten kann, so beinhaltet sie dennoch relative (oder umgekehrte) Wahrheiten in sich.

Die Wahrheit ist jedem die seinige, unverwechselbar und verschieden und jeweils von anderem Geschmack!

...

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Theorie der dynamischen Realität

Urformel Theorie der dynamischen Realität